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Wir, Bielefelder BürgerInnen und Vereine, haben uns zum Mobilitäts-Netzwerk „Mobi-Netz“ zusammengeschlossen. Wir fordern eine bessere Fahrradinfrastruktur, damit alle von 8 bis 88 Jahren auf dem Rad sicher und komfortabel ans Ziel kommen. Nach dem Vorbild von sogenannten Radentscheiden anderer Städte wie Berlin und Bamberg wollen wir eine Unterschriftensammlung für ein Bürgerbegehren über ein Zehn-Punkte-Programm für besseren Radverkehr in Bielefeld starten.

Monika Haverkamp, eine der SprecherInnen des Mobi-Netzes: „Wir wollen dem Radverkehr mehr Raum geben, damit deutlich mehr BielefelderInnen die praktischen Vorteile des Radfahrens in der Stadt nutzen können.“

Unterstützt wird diese Forderung durch die repräsentative Haushaltsbefragung der Stadt Bielefeld im Jahre 2017 (https://www.bielefeld.de/de/sv/verkehr/mobi/): Demnach wünscht sich eine Mehrheit der BielefelderInnen, dass der Radverkehr in ihrer Stadt stärker gefördert wird – und das ausdrücklich auch zu Lasten des Autoverkehrs.

Vor nahezu zwei Jahren hat der Rat der Stadt Bielefeld beschlossen, den Verkehrsanteil des Fahrrads von zur Zeit 18 % auf 25 % bis 2025 anzuheben und bis 2050 die CO₂-Emissionen des Verkehrs um 40 % abzusenken. Von einer Umsetzung dieser Ziele ist Bielefeld jedoch noch weit entfernt, bisher sind lediglich Diskussionen und Versuche an einzelnen Orten bemerkbar.

Michael Schem (Mobi-Netz): „Politik und Verwaltung in Bielefeld müssen jetzt konsequent handeln.“

Die geplatzte Umgestaltung der Artur-Ladebeck-Straße und die für das Fahrrad unfreundliche Planung der Heeper Straße seien herbe Rückschläge.

Claudia Böhm (Mobi-Netz) ergänzt: „Ein Bürgerbegehren kann die PolitikerInnen und die MitarbeiterInnen in der Stadtverwaltung unterstützen, um die selbstgesteckten Ziele zu erreichen. Mit einem solchen Begehren sagen die BürgerInnen: Ja, traut euch! Beendet den jetzigen, unerträglichen Zustand mit Staus, Lärm und Abgasen!“

Roland Tillmann (Mobi-Netz) weist auf erfolgreiche Vorbilder hin: „Es gibt viele europäische Städte, die zeigen, wie man durch konsequente Schaffung von Radverkehrsanlagen die Stadt umweltfreundlicher und lebenswerter machen kann und viele Menschen dazu verführt, sich regelmäßig zu bewegen. Auch in Bielefeld kann das gelingen, wenn man große Schritte macht und nicht nur trippelt.“